Freitag, 29. Januar 2010

Mein Logo und ich

Wenn ich mein Logo ansehe, dass in der Ursprungsform die kleine Näherin in Medallionform zeigt (irgendwie kommen zunehmend Abwandlungen für alle möglichen Zwecke dazu…), dann sehe ich das Logo meistens eben nicht als 2D-Logo, sonder eben tatsächlich als Medallion (so ähnlich wie eine Kamee) oder – und das häufiger^^ – als emailiertes, geprägtes Blechschild. So wie die, die wir früher gesammelt haben und auf denen Werbung zu sehen ist. Oder wie eines dieser Holzschilder, die vielleicht irgendwann mal vor Geschäften standen und riefen: „Hier, hier ist die kleine Schneiderin!“ Schneiderin, ja, das bin ich. Habe ich also deswegen diese kleine Näherin auf meinem Logo (oder Emailschild)? Warum so antiquiert, warum nicht modern und reduziert und, naja, alles was es/man oder Design oder Designer/innen heute so zu sein hat?

Weil es um die Geschichte geht. Die Geschichte, die meine ist, ganz individuell und mir eigen. Und die gleichzeitig die Geschichte von so vielen ist, wie ich lesen kann auf Blogs und in Büchern.

Die Geschichte von „Als ich ein kleines Mädchen war…“

Ja, und als ich ein kleines Mädchen war, da saß ich neben der Nähmaschine meiner Oma (na, wisst Ihr was kommt^^?) und habe neben dem Nähen (wunderbares gelbes Puppenkleid, mein erstes Projekt, by the way) auch noch all die anderen Dinge gelernt, die es zu lernen galt, allen voran: dass alles was ich mache ein Lächeln hervorruft und alles was ich machen möchte umgesetzt werden kann und wird. So war sie, meine Oma, die mir Nähen und Lieben beigebracht hat.

Deshalb kann also alles was mit Textilien zu tun hat nie nur „irgendetwas“ für mich sein, sondern ist Gefühl und vor allem Liebe und Lachen und Frauenbünde. (Auch) über Generationen hinweg.

Es scheint, als haben viele (Frauen) ähnliche Erlebnisse. Auf deutschen Blogs und Biographien von Textilerinnen tauchen eher „Puppenkleidnäherfahrungen“ auf, in amerikanischen Publikationen scheinen sich diese Kindheitserlebnisse eher ums Patchworken und Quilten zu drehen. Das finde ich spannend. Daher mein Logo (…Blechschild), dass versucht, diese Anleihen an die Vergangenheit zu machen. Oder ist es ein Brücken-Schlagen-Wollen? Ich bin mir nicht sicher. Sentimentalitäten spielen da natürlich eine große Rolle.

Rollenbilder spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Gegenwart kann ich nur ergründen, wenn ich die Vergangenheit kenne. Siehts so aus, als ob mich dieses Thema auch noch weiterhin beschäftigen wird.

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